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Ursache

Was geschieht bei Lungenhochdruck?

Von Lungenhochdruck spricht man, wenn der mittlere arterielle Blutdruck in der Lungenschlagader  – der Pulmonalarterie – auf mehr als 25 mmHg in Ruhe ansteigt (Normalwert: <20 mmHg).

Bei der pulmonalen Hypertonie steigt durch die Verengung der Blutgefäße in der Lunge der Druck im Lungenkreislauf an. Das hat zur Folge, dass das Herz immer mehr leisten muss, um eine ausreichende Blutmenge durch die verengten Lungengefäße zu pumpen. Diese werden kontinuierlich enger und unelastischer. Sind im Speziellen die Arterien betroffen – Blutgefäße, die vom rechten Herzen wegführen – liegt eine pulmonal-arterielle Hypertonie vor.

Bei Fortschreiten der Erkrankung, nimmt das Herz an Muskelmasse ständig zu, bis es nicht mehr in der Lage ist, ausreichend Blut zur Sauerstoffaufnahme in die Lungen zu pumpen.

Unbehandelt führt die Erkrankung zum Herzversagen.

Aktuelle Klassifikation der pulmonalen Hypertonie

Die pulmonale Hypertonie wird in vier Formen eingeteilt. Die pulmonal-arterielle Hypertonie (PAH) wird wiederum unterteilt in:

  • Idiopathisch
  • Hereditär
  • Medikamenten- oder Giftstoff-induziert
  • Assoziierte Formen

Symptome

Leitsymptome der Erkrankung sind eine stark eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit und belastungsabhängige Atemnot.

Weitere Symptome, die mehr oder weniger ausgeprägt sein können:

  • Kreislaufstörungen bis zu Ohnmachtsanfällen
  • beklemmendes Gefühl in der Brustgegend
  • Schwindel
  • Müdigkeit
  • geschwollene Beine

Diagnose

Bei Verdacht auf das Vorliegen eines Bluthochdruckes im Lungenkreislauf (wie z. B. bei Bestehen belastungsabhängiger Atemnot, Leistungseinschränkung) wird neben einer genauen Erhebung der Krankengeschichte eine gründliche körperliche Untersuchung durchgeführt. Im Verlauf der ersten Abklärung sind neben der Familienanamnese die Angaben zu eventuellem Drogenmissbrauch oder Einnahme verschiedener Medikamente von besonderer Bedeutung.

Mögliche weiterführende Untersuchungen:

  • EKG (Elektrokardiogramm)
  • Ultraschalluntersuchung des Herzens – die Echokardiographie ist eine sehr aussagekräftige Untersuchung, die für die Patienten nicht belastend ist.
  • Thoraxröntgen
  • Laboruntersuchungen wie Blutbild, Gerinnungsparameter, Leberbefunde; eventuell vorhandene Antikörper, bei entsprechendem Risikoprofil: HIV Test
  • Analyse der Blutgase
  • Lungenfunktionstest
  • Hochauflösende Computertomographie (HRCT)
  • Ventilations/Perfusionsscan
  • Angiographie
  • Herzkatheteruntersuchung

Alltag

Nach der Diagnose einer pulmonal-arteriellen Hypertonie müssen die betroffenen Patienten lernen, ihr Leben an die neuen Gegebenheiten anzupassen.

  • Größere körperliche Anstrengungen sollten vermieden werden, da die Lungen den Sauerstoffbedarf des Körpers dann nicht mehr ausreichend decken können. Atemnot ist ein Signal dafür, die aktuelle Belastung abzubrechen. Regelmäßiges Gehen und leichte Ausdauerbewegung sind jedoch wichtig, um die Muskelkraft zu erhalten und den Kreislauf zu aktivieren.
  • Die Ernährung sollte reich an Spurenelementen, Ballaststoffen und Vitaminen sein, die Aufnahme von Kochsalz muss reduziert werden.
  • Alkohol soll nur in kleinen Mengen genossen werden.
  • Das Körpergewicht muss regelmäßig kontrolliert werden, möglichst zur gleichen Tageszeit. Rasche Gewichtszunahme kann ein Hinweis auf eine Verschlechterung der Funktion von Herz und Nieren sein.
  • Sowohl das aktive wie auch passive Rauchen sollten vermieden werden.
  • Ein allfälliger Kinderwunsch weiblicher Patienten muss aufgrund des hohen Risikos für Mutter und Kind unbedingt mit dem Arzt besprochen werden